Wenn morgens die Kinder mit kalten Füßen am Frühstückstisch sitzen, ist die Heizsaison endgültig da. Für viele Familien ist das jedes Jahr auch eine Rechenaufgabe. Die Heizkosten sind ein spürbarer Posten im Haushaltsbudget, und gleichzeitig soll sich niemand im eigenen Zuhause unwohl fühlen, weder das Baby noch die Großeltern, die zu Besuch kommen.
In vielen Gesprächen mit Familien wird deutlich, dass nicht die großen Investitionen den Unterschied machen, sondern die täglichen Gewohnheiten. Einige davon haben sich auch bei uns zu Hause bewährt.
Nicht jeder Raum braucht dieselbe Temperatur
Im Wohnzimmer und im Kinderzimmer, wo tagsüber gespielt und gelesen wird, darf es gemütlich warm sein. Das Schlafzimmer dagegen kann deutlich kühler bleiben, viele schlafen dort sogar besser. Flur und Küche brauchen meist weniger Wärme, als man denkt. Wichtig ist, die Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen zu halten. Wer die Heizung nachts oder bei Abwesenheit herunterregelt, spart, sollte die Räume aber nicht ganz auskühlen lassen, denn kalte Wände begünstigen Feuchtigkeit und Schimmel.
Bei älteren Familienmitgliedern ist Umsicht gefragt. Sie frieren oft schneller und bemerken Kälte manchmal später. Hier gilt: lieber ein Grad mehr als eine Erkältung.
Viel Wärme geht auch über Fenster und Türen verloren. Abends Rollläden herunterlassen und Vorhänge zuziehen hält die Wärme spürbar besser im Raum. Zugluft an alten Fenstern oder unter der Haustür lässt sich oft schon mit einfachen Dichtungsbändern oder einer Zugluftrolle aus dem Baumarkt beheben. Das kostet wenig und ist in einer Stunde erledigt.
Richtig lüften und die Kinder einbeziehen
Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wände aus, ohne die Luft wirklich auszutauschen. Besser ist Stoßlüften: mehrmals am Tag die Fenster für einige Minuten weit öffnen, am besten gegenüberliegende gleichzeitig, und die Heizung in dieser Zeit abdrehen. Das lässt sich gut mit Kindern verbinden. Wer Lüftdienst hat, darf die Fenster öffnen und nach ein paar Minuten wieder schließen. Kleine Aufgaben wie diese machen Energiesparen zu einer gemeinsamen Sache.
Auch sonst lohnt es sich, Kinder mitzunehmen. Warum ziehen wir drinnen Hausschuhe und einen Pulli an, statt die Heizung aufzudrehen? Warum stehen keine Möbel und Vorhänge direkt vor dem Heizkörper? Wer solche Fragen gemeinsam beantwortet, vermittelt ganz nebenbei ein Verständnis für Ressourcen, das über den Winter hinaus trägt.
Nicht zuletzt lohnt ein Blick auf die Heizkörper selbst. Gluckern und ungleichmäßig warme Rippen deuten oft auf Luft im System hin. Entlüften geht mit einem einfachen Schlüssel aus dem Baumarkt, in Mietwohnungen im Zweifel nach Rücksprache mit dem Vermieter. Und wer merkt, dass die Heizkosten die Familie überfordern, sollte frühzeitig mit Vermieter oder Versorger sprechen und sich bei einer Verbraucherzentrale beraten lassen. Rechtzeitig nachzufragen entlastet oft mehr, als man erwartet.